Allen Ginsberg

Allen Ginsberg geboren 3. Juni 1926 als Irwin Allen Ginsberg in Paterson, New Jersey; † 5. April 1997 in New York) war ein US-amerikanischer Dichter der Beat Generation.

Leben
Ginsbergs Eltern waren Naomi und Louis Ginsberg. Die Mutter war eine engagierte Kommunistin. Sie erkrankte psychisch und starb früh. Der Vater, ein politisch aktiver Lehrer, überredete seinen Sohn, an der Columbia University Rechtswissenschaft zu studieren. Dort lernte dieser Jack Kerouac, William S. Burroughs, Neal Cassady und später Harold Norse kennen, die sein Werk beeinflussen sollten. Mit Neal Cassady und Charles Plymell lebte er in den 1960er Jahren in einer Wohngemeinschaft.

1954 lernte Ginsberg Peter Orlovsky kennen, mit dem er bis zu seinem Tod eine Beziehung hatte.

Seine Dichtung wurde von der Klassischen Moderne, aber auch der Romantik, dem Jazz sowie vom Buddhismus und seiner jüdischen Herkunft geprägt. Auch die Homosexualität, zu der er sich früh bekannte, sein politisch linkes bis anarchistisches Engagement sowie Zen, Yoga und bewusstseinsverändernde Drogen wirkten auf sein Schaffen. Ginsberg selbst nannte zudem William Blake und Walt Whitman als wesentliche Einflüsse. Der bedeutendste unter seinen Mentoren und Förderern war jedoch der Dichter William Carlos Williams, der Ginsberg entscheidend dabei half, seine eigene dichterische Stimme zu finden. Sein bekanntestes Werk ist das lange Gedicht Howl, das seinen Ruhm begründete und das 1956 einen Skandal auslöste, da Ginsbergs Sprache damals vielen als obszön erschien – was dazu führte, dass das Gedicht vorübergehend verboten und der Verleger und Dichter Lawrence Ferlinghetti verhaftet wurde. Das Verbot führte zu einer wichtigen Kampagne im Kampf um künstlerische Freiheit; schließlich hob ein Richter das Verbot wieder auf.

Allen Ginsberg

Zu einem Eklat kam es während Ginsbergs Besuch in Prag, wohin er aus Kuba im Februar 1965 abgeschoben wurde. Ginsberg nahm dort im Mai 1965 mit seinen tschechischen Freunden am Majáles teil, einem traditionsreichen studentischen Maifest, das durch das kommunistische Regime aus politischen Gründen in der Regel jährlich verboten wurde. Ginsberg wurde dort zum traditionellen Majáles-König gewählt. Umgehend wurde Ginsberg wegen Alkoholismus, Narkomanie, Unruhestiftung und Propagierung der Homosexualität verhaftet und innerhalb von zwei Tagen aus der Tschechoslowakei ausgewiesen.

Ginsberg war befreundet mit dem Musiker Bob Dylan. Beide arbeiteten zusammen an einer Reihe von Vertonungen einer Auswahl von Ginsbergs Gedichten und tauschten sich oft künstlerisch aus. 1977 steuerten die beiden zusammen Hintergrundgesang zu einem Stück von Leonard Cohens Album Death of a Ladies’ Man bei.

In späteren Jahren war Allen Ginsberg Buddhist und Schüler von Chögyam Trungpa Rinpoche, den er zufällig in New York kennengelernt hatte. Später lehrte er an der Naropa-Universität in Boulder (Colorado), die von Trungpa Rinpoche gegründet worden war. 1992 wurde Ginsberg in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Werke
Howl, 1956
Lysergic Acid, 1959
Kaddish and Other Poems 1958–1960. City Lights Books, San Francisco 1961
Reality Sandwiches. 1963
Planet News 1961–1967. City Lights Books, San Francisco 1968
Empty Mirror. Cornith Books, New York 1970
The Fall of America. 1972
Improvised Poetics. Anonym Press, San Francisco 1972
Mind Breaths. Poems 1972–1977. City Lights Books, San Francisco 1977
As Ever. The collected correspondence of Allen Ginsberg and Neal Cassady. Creative Arts Book, Berkley (California) 1977
Composed on the Tongue. Grey Fox Press, Bolina (California) 1980
Reality Sandwiches – Fotografien. Nishen, Berlin 1989. ISBN 3889400434. (Hrsg. Michael Köhler.)
Illuminated Poems (mit Eric Drooker). Four Walls Eight Windows, New York 1996
Death & Fame. Last Poems 1993–1997. Harper Perennial, New York 1999 (dt. Tod & Ruhm. Stadtlichter Presse, Wenzendorf 2015)
Collected Poems 1947–1997. HarperCollins Publishers, New York 2006
Howl (mit Eric Drooker). Harper Perennial, New York 2010
The Complete Songs of Innocence and Experience. Omnivore Recordings, 2017

 

 

 

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